Die 7 Gaben des Heiligen Geistes – Augen für das große Ganze?
- 12. März
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Aktualisiert: vor 14 Stunden

Jesus ist Mensch. Jesus ist Gott.
Maria ist Mutter. Maria ist Jungfrau.
Der Tod ist das Ende. Der Tod ist der Anfang.
Gott ist einer. Gott ist drei.
Der christliche Glaube ist voller Geheimnisse, mit denen der menschliche Verstand nur schwer umgehen kann. Menschen neigen dazu, dual einzuordnen:
gut – böse, richtig – falsch, gibt es – gibt es nicht.
Vielleicht versucht Gott uns Menschen immer wieder begreiflich zu machen, dass es bei ihm mehr gibt:
Jesus – der König – kommt unterwegs in einem unwürdigen Viehstall zur Welt.
Jesus – der Sieger – stirbt einen qualvollen Tod am Kreuz.
Simon Petrus – der Rebell – gründet die Kirche.
Paulus – der Gegner – lehrt das Christentum.
Das sind Paradoxien, die Gläubige aushalten müssen.
Augustinus schrieb: „Wenn du es verstanden hast, ist es nicht Gott.“
Tatsächlich glaube ich, dass Menschen sich immer nur an einen kleinen Ausschnitt herantasten können. Manchmal erahnen sie ein einzelnes Mosaiksteinchen – doch das große Ganze bleibt der menschlichen Vorstellungskraft verborgen. Dennoch lassen sich Spuren finden, die darauf hinweisen, dass es ein großes Ganzes geben kann.
In der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der Bibel, wird Christus als ein Lamm mit sieben Augen beschrieben, „die sieben Augen sind die sieben Geister Gottes, die über die ganze Erde ausgesandt sind.“
Die Zahl sieben steht in der Bibel symbolisch für die Vollkommenheit, für das Vollständige. Daraus kann man den Schluss ziehen, dass die sieben Augen bedeuten sollen: Christus durchdringt die ganze Wirklichkeit – ihm bleibt nichts verborgen. Man kann es als allumfassende Wahrnehmung und göttliche Erkenntnis verstehen.
Diese wird nun im Text gleichgesetzt mit den sieben Geistern Gottes. Auch hier steht die Sieben symbolisch für die Vollständigkeit. Es sind also nicht sieben einzelne Geister gemeint, sondern nach dem Verständnis der christlichen Tradition die sieben Wirkweisen des Heiligen Geistes.
Das könnte bedeuten: Jesus Christus verfügt über den Heiligen Geist, der ihn das Ganze sehen lässt.
Der Heilige Geist als dritte Person des dreieinen Gottes – Vater, Sohn und Heiliger Geist – ist ein weiteres Geheimnis, dem sich viele Menschen nur schwer annähern können.
Dass in der Offenbarung des Johannes von sieben Geistern Gottes zu lesen ist, wird in der Auslegung meist mit den sieben Gaben des Heiligen Geistes in Verbindung gebracht, die aus Jesaja 11,2 abgeleitet werden:
Dies könnten also die sieben Augen sein, die sieben Geister Gottes, die über die ganze Erde ausgesandt sind, und die das Bild des großen Ganzen erkennen lassen.
Das verstehe ich nicht.
Und genau deshalb möchte ich es mir genauer ansehen. Vielleicht finde ich dabei das ein oder andere Mosaiksteinchen. Wer Lust hat, kann die Suche verfolgen in den nächsten sieben Artikeln über
Die 7 Gaben des Heiligen Geistes.




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