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Aha-Erlebnis über EINSICHT – Die 7 Gaben des Heiligen Geistes

  • vor 5 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Lensball im verschneiten Wald mit geschnitzter Eule auf einem Baumstamm – Symbol für Einsicht und das Sehen im Verborgenen

„Ich glaube an Christus, so wie ich glaube, dass die Sonne aufgegangen ist. Nicht nur, weil ich sie sehe, sondern weil ich durch sie alles andere sehen kann.“

(C. S. Lewis)


Wenn es klick macht


Jeder kennt Aha-Erlebnisse. Plötzlich wird etwas klar, was vorher im Kopf vernebelt war. Das kann überall passieren: im Mathe-Unterricht, in der Natur oder beim Lesen in der Bibel. In manchen Situationen merkt man, wie jemand zuerst auf dem Schlauch steht und dann plötzlich der Groschen fällt. Meistens sind das freudige Momente.


Es gibt aber auch Einsichten, die schmerzhaft sind. Wenn plötzlich klar wird, dass man in einer Sache geirrt hat oder von jemandem getäuscht wurde. Dann fällt es einem sprichwörtlich wie Schuppen von den Augen.


Diese Aha-Momente sind sehr individuell. Während es in Naturwissenschaften sicherlich noch sinnvoll ist, anderen zu erklären, was man selbst durchdrungen hat, ist das in anderen Bereichen anders. Wenn ein Mensch für sich zu der Einsicht kommt, dass er sich durch eine bestimmte Ernährungsweise besser fühlt, muss das nicht genauso für andere auch gelten. Auch kann der eine Nähe zu Gott im Dienst für bedürftige Menschen finden, während ein anderer die Verbindung zu Gott auf einem Pilgerweg erfährt. Nicht jede Einsicht ist auf andere übertragbar.


Gerade weil der christliche Glaube voller Geheimnisse und Paradoxien ist, sind positive Momente der Einsicht in Glaubensfragen sehr wertvoll. Thomas von Aquin nannte Einsicht die Fähigkeit, die Wahrheit des Glaubens innerlich zu erfassen.


Umgang mit Einsichten


Ich kann mich mit der Aussage von Thomas von Aquin nicht so richtig anfreunden. Ich halte die Formulierung „die Wahrheit des Glaubens erfassen“ für problematisch.


Gerade im religiösen Umfeld sollte die allererste und übergeordnete Einsicht sein, dass wir Menschen die Wahrheit nicht besitzen können. Es ist wichtig, sich immer der Möglichkeit bewusst zu sein, dass man irren kann.


Leider gibt es sehr viele Priester, Prediger und christliche Akteure im Internet, denen dieses Bewusstsein fehlt. Sie haben vielleicht selbst eine Erkenntnis – oder übernehmen etwas Gehörtes – und formulieren das als absolute Wahrheit.


Ich halte das für eine große Gefahr für Christen.


Aufdringliches Missionieren und Belehren mögen die wenigsten Menschen. Das führt eher zu Manipulation und Druck statt zu Inspiration und Begeisterung.


Zudem führt eine Denkweise, die die eigene Überzeugung für wahr hält, zwangsweise dazu, dass anderslautende Einsichten falsch sein müssen. Vom Vatikan bis zur Dorfkirchentür sind so Streitigkeiten und Ablehnung entstanden. Sich entgegenstehende Gruppen und Menschen meinen jeweils, die richtige Einsicht zu haben – Recht zu haben – und setzen diejenigen, die ihre Einsicht nicht annehmen wollen, herab.

Dabei ist Papst Leo XIV. ein Vorbild, dass gerade im Glauben kein „entweder … oder“, sondern ein „sowohl … als auch“ möglich ist.

 

Was ich unter Einsicht verstehe


Einsicht als Gabe des Heiligen Geistes ist ein individuelles Geschenk und nichts, was man sich aneignen und schon gar nicht anderen aufdrängen kann.


Eine Einsicht im Glauben ist also etwas sehr Wertvolles und sollte immer mit Demut und Vorsicht angenommen werden. Der Umgang mit Einsicht kann ein Unterscheidungsmerkmal sein, ob eine Einsicht vom Heiligen Geist oder eher aus einer eigenen Idee kommt. Wer eine Einsicht vom Heiligen Geist erhält, wirbt dafür, sich für eigene Einsichten zu öffnen oder betet für andere um Einsicht – und vertraut dann auf Gottes Wirken.


Einsicht als Gabe des Heiligen Geistes


In der Bibel begegnen uns die Gaben des Heiligen Geistes zunächst bei Jesus Christus: Bei Jesaja ruht der Geist des Herrn auf ihm, und in der Offenbarung des Johannes erscheint das Lamm mit sieben Augen – den sieben Geistern Gottes.


Wo zeigt sich konkret diese Einsicht bei Jesus?

In der Bergpredigt sagt Jesus immer wieder: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist … ich aber sage euch …“ Er bleibt nicht bei der äußeren Regel stehen, sondern legt ihren tieferen Sinn frei. Es geht ihm nicht vorrangig um das Tun, sondern um die innere Haltung – nicht um Vorschriften, sondern um Liebe.


Der Unterschied zwischen „Erkenntnis“ und „Einsicht“ zeigt sich auch in der Reaktion auf die Rede Jesu: „Und es geschah, als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.“


Die Schriftgelehrten hatten sicherlich Erkenntnis – aber die Einsicht Jesu ging tiefer.


Auf den zweiten Blick


Bei sogenannten Kippbildern kann die Wahrnehmung einer Abbildung wechseln. Der erste Eindruck erfasst nicht die ganze Wahrheit. Plötzlich verändert sich etwas und man sieht ein anderes Bild. Die Abbildung bleibt gleich, nur die Wahrnehmung wechselt. Bekannt ist die Abbildung, bei der man entweder zwei Gesichter oder eine Vase sehen kann.


Manchmal braucht man einen kleinen Hinweis: Wer sitzt da auf der Nase?


Kippbild Gesicht eines alten Mannes oder Landschaft mit Baum, Häusern und einem Beobachter


Wegweiser zu den anderen Artikeln über die 7 Gaben des Heiligen Geistes:

 
 
 

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