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FRÖMMIGKEIT ohne Frömmelei – Die 7 Gaben des Heiligen Geistes

  • 16. März
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Lensball mit Spiegelung einer Skulptur, die Hilfe unter Menschen darstellt – Symbolbild für Beziehung und Verbundenheit

Zwei Jugendliche sitzen nachts betrunken in einer misslichen Lage.

 „Das darf mein Vater niemals erfahren“, sagt einer kleinlaut.


Der andere entgegnet: „Keine Panik! Mein Vater wird verärgert sein, aber er wird kommen und uns helfen, alles wieder in Ordnung zu bringen.“


Auf wen kann ich zählen?


Meistens wissen Erwachsene selbst, wenn sie einen Fehler gemacht oder Schaden angerichtet haben. Sie brauchen dann niemanden, der sie belehrt oder ihnen Vorwürfe macht. Sie brauchen jemanden, der sich zu ihnen in die Trümmer setzt.


Jemanden zu haben, auf den man sich in jedem Fall felsenfest verlassen kann, ist ein seltenes Geschenk. Jeder Mensch wünscht sich einen Arm, an den er sich anlehnen kann, der sich schützend um ihn legt, der ihm hochhilft, wenn er am Boden liegt – und der ihm auch manchmal einen Spiegel vorhält. Wir brauchen Worte, die Bestand haben. Jemanden, der bleibt.

 

Treue trotz Risiko


Es ist nicht einfach, so ein Mensch zu sein. Verspricht man einem anderen Menschen, bedingungslos hinter ihm zu stehen, ist das mit einem gewissen Risiko verbunden. Es kann passieren, dass Loyalität ausgenutzt und Vertrauen missbraucht wird. Hinzu kommt die Verantwortung, die man mit dem Versprechen übernimmt. Wird jemand, der sich auf eine Person fest verlassen hat, von genau dieser im Stich gelassen, hinterlässt das tiefe Verletzungen.


Am häufigsten gelingen solche verlässlichen Beziehungen vermutlich innerhalb von Familien – zwischen Eltern und ihren Kindern. Auch wenn es nicht immer der Fall ist, gibt es doch viele Eltern, die in jeder Lage zu ihren Kindern stehen. Das bedeutet nicht, dass sie ihren Kindern applaudieren, wenn sie Mist gebaut haben. Aber sie suchen gemeinsam nach Wegen und Lösungen in problematischen Lagen.


Entscheidend ist, ob man Beziehungen zu anderen Menschen ernst nimmt. Treue, Verlässlichkeit, Verbindlichkeit und Loyalität – all das steckt im lateinischen Wort Pietas.


Pietas ist diejenige Gabe des Heiligen Geistes, die in der christlichen Tradition mit Frömmigkeit übersetzt wird.


Was ich unter Frömmigkeit verstehe


Frömmigkeit meint hier also nicht – wie oft angenommen – religiösen Aktivismus. Es geht nicht um äußere Gesten und viele Gebete. Schon gar nicht um Frömmelei, die mitunter eher als Fassade für Eigennutz dient.


Es geht um eine Haltung in Beziehungen zu anderen Menschen – und zu Gott. Frömmigkeit ist eine Beziehungs-Gabe. Sie äußert sich durch Mitgefühl, Treue, Verantwortung und Fürsorge.


Im Zusammenwirken mit Ehrfurcht, die ich in einem anderen Artikel betrachtet habe, führt die so verstandene Frömmigkeit zu einer kindlichen Haltung gegenüber Gott. Nicht im Sinne von klein oder naiv, sondern als vertrauensvolle Verbindung. Gott wird so zum Vater – und die Mitmenschen zu Geschwistern.


Die Wortbedeutung von Pietas wird vielleicht noch deutlicher durch ihr Gegenteil Impietas – Gottlosigkeit, Gewissenlosigkeit, Rücksichtslosigkeit.

 

Frömmigkeit als Gabe des Heiligen Geistes


In der Bibel begegnen uns die Gaben des Heiligen Geistes zunächst bei Jesus Christus: Bei Jesaja ruht der Geist des Herrn auf ihm, und in der Offenbarung des Johannes erscheint das Lamm mit sieben Augen – den sieben Geistern Gottes.


Wo zeigt sich konkret diese Frömmigkeit bei Jesus?

Bereits als Zwölfjähriger spricht er vom Tempel als dem, „was meinem Vater gehört“. Immer wieder bezeichnet Jesus Gott als Abba, die vertraute Anrede für den Vater – Papa. Er zieht sich oft zum Gebet in die Einsamkeit zurück. Auf diese Weise bleibt er in Verbindung mit seinem Vater.


Paulus schreibt mehrfach darüber, dass alle Christen an dieser Gabe teilhaben können, zum Beispiel im Brief an die Galater: „Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, den Geist, der ruft: Abba, Vater.“


Die fromme Mutter


Als Pietà wird die Darstellung von Maria mit dem Leichnam Jesu auf dem Schoß bezeichnet, die wir in vielen katholischen Kirchen finden. Pietà wird in diesem Zusammenhang oft neben Frömmigkeit auch mit Mitleid übersetzt. Dargestellt wird der intime Moment einer Mutter, die um ihren am Kreuz gestorbenen Sohn trauert.


Maria verkörpert aber nicht nur in diesen Darstellungen die Pietas. Schon früher zeugt ihre Antwort auf die Verkündigung des Engels von einer frommen Beziehung zu Gott:

„Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“

Dieser Satz zeigt tiefes Vertrauen, auch wenn der Weg nicht einfach wird.



Bäume mit freiliegenden Wurzeln an einem Waldrand – Symbolbild für tiefe Verbundenheit und tragende Beziehungen


Wegweiser zu den anderen Artikeln über die 7 Gaben des Heiligen Geistes:



 
 
 

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