Keine Angst vor GOTTESFURCHT – Die 7 Gaben des Heiligen Geistes
- 14. März
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Aktualisiert: vor 3 Tagen

Jahr der Gnade 1654 Montag, den 23. November, (…) Seit ungefähr abends zehneinhalb bis ungefähr eine halbe Stunde nach Mitternacht
Feuer
Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Philosophen und Gelehrten. Gewissheit, Gewissheit, Empfinden: Freude, Friede. Der Gott Jesu Christi.
Deum meum et Deum vestrum. Dein Gott ist mein Gott.
Pascal und das Erlebnis Gottes
Blaise Pascal war Mathematiker, Physiker und Erfinder. Nach seinem Tod im Jahr 1662 fand man zufällig ein Pergamentpapier, das in seinen Mantelsaum eingenäht war. In stammelnden Worten beschreibt er darauf ein Erlebnis, das ihn zutiefst erschüttert haben muss. Die oben zitierten Zeilen aus dem Mémorial zeigen einen Ausschnitt seiner Aufzeichnungen. Er schreibt von Feuer, von Gewissheit und von Empfinden. Über einen Gott, der nicht verstanden werden kann – „nicht der Philosophen und Gelehrten“ – sondern der ihm widerfahren ist.
Nach dem Fund dieser Worte kann man den grundlegenden Wandel in Pascals Leben – weg vom mondänen Leben adliger Kreise in Paris hin zu Zurückgezogenheit und Beschäftigung mit geistlichen Fragen – besser nachvollziehen.
Wenn Menschen Gott begegnen
Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die nach einem meist unerklärbaren Erlebnis ihre Lebensweise grundlegend verändert haben. Der Bekannteste ist wahrscheinlich Paulus. Zunächst ein eifriger Christenverfolger, „geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden …“ und vollzog in der Folge eine 180 Grad-Wendung. Er setzte fortan sein ganzes Leben entschlossen und bedingungslos dafür ein, die Botschaft von Jesus Christus zu verbreiten.
Was ist es, das die Kraft hat, solche existenziellen Umbrüche zu bewirken?
Menschen erleben etwas, was ihren bisherigen Erfahrungshorizont sprengt. Das dabei oft erwähnte Licht oder Feuer verbinden sie mit Gott. Dieses gewaltige Empfinden setzt das eigene Ich in ein neues Verhältnis zu Gott. Viele Mystiker berichten davon, jeweils in ganz eigenen Worten und Umschreibungen. Alle sind sich dabei einig: es ist ein Geschehen, das mit menschlicher Sprache nicht ausgedrückt werden kann. Jede Äußerung darüber ist immer nur eine Annäherung.
Was dabei durchscheint, ist eine für Menschen ungewohnte Gleichzeitigkeit von Gefühlen: überwältigendes Glück und Staunen einerseits – schmerzende Reue und Machtlosigkeit andererseits. Das führt zu der simplen, aber entscheidenden Erkenntnis: Gott ist größer.
Und in gleichem Maß erkennt man den eigenen Wert: dieser allmächtige Gott wollte, dass ich lebe.
„Ich habe dich beim Namen gerufen, du bist mein“, spricht Gott.
Was ich unter Gottesfurcht verstehe
Diese Gesamtheit an Gefühlen führt zu einer ehrfürchtigen Demut vor Gott. Sie ordnet das Selbst unter, aber ohne Erniedrigung. Sie setzt ein neues Maß. Das ist es, was ich unter Gottesfurcht verstehe.
In diesem Verständnis ist Gottesfurcht die Grundlage dafür, zuzulassen, dass Gott im eigenen Leben wirken kann. Ohne Angst. Im Gegenteil: sich in Gottes Ordnung zu wissen, verleiht einen enormen Mut. Nur so ist es möglich, dass Paulus, Blaise Pascal und viele andere einen radikalen Bruch setzen und sich gegen jeden Widerstand für einen neuen Weg entscheiden. Ich behaupte, dass das mit Angst nicht möglich wäre. Vielmehr verdrängt die Gottesfurcht die Angst vor anderen Menschen – vor Spott, Ausschluss oder Verfolgung.
Gottesfurcht als Gabe des Heiligen Geistes
In der Bibel begegnen uns die Gaben des Heiligen Geistes zunächst bei Jesus Christus: Bei Jesaja ruht der Geist des Herrn auf ihm, und in der Offenbarung des Johannes erscheint das Lamm mit sieben Augen – den sieben Geistern Gottes.
Eine Stelle, in der sich diese Gottesfurcht Jesu zeigt, finden wir beim Gebet im Garten Getsemani. Kurz vor seiner Auslieferung betet Jesus: „Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.“
Die christliche Tradition spricht davon, dass auch Menschen an den Gaben Anteil erhalten können.
Gottesfurcht wird dabei als eine Haltung verstanden: ehrfürchtiges Staunen vor Gottes Größe. Sie lässt den Menschen vor Gott niederknien. Gottesfurcht wirkt im Menschen also dem entgegen, sich selbst zu wichtig zu nehmen – Ruhmsucht ist ein altes Wort dafür.
„In dieser Zeit wollte ich nicht Gott sein …“
In einem Austausch über den Satz „In dieser Zeit wollte ich nicht Gott sein …“ holte eine Zweifelnde gerade zu der Frage aus: Wie kann Gott dieses ganze Leid auf der Erde zulassen?
Gleichzeitig seufzte ein Gläubiger aus tiefstem Herzen:
Wie soll Gott uns Menschen jemals verzeihen, dass wir dieses ganze Leid auf der Erde zulassen?

Wegweiser zu den anderen Artikeln über die 7 Gaben des Heiligen Geistes:



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