top of page

Weg mit dir, Satan! - Teil II (1 Thess 5, 21)

  • Saskia
  • 11. Dez. 2024
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Jan. 2025


Judas küsst Jesus

Prüft alles und behaltet das Gute!


(1 Thessalonicher 5, 21; Jahreslosung 2025)


Diese Tabelle mit einer Übersicht von Kriterien ergänzt die Ausführungen zur Unterscheidung der Geister aus dem ersten Teil des Artikels.


Der Geist der Wahrheit

Der Geist der Täuschung

 


Grundsätze:


gewinnt an Wirkkraft, wenn er erkannt wird.

verliert seine Wirkkraft, wenn er erkannt wird.

ist am Werk, wenn das Streben auf Gottes Ehre und darauf, zu lieben, abzielt.

ist am Werk, wenn das Streben auf das eigene Wohlergehen und darauf, geliebt zu werden, abzielt. 

erkennt man an den Früchten (Wirkungen, die tief innen liegen, viel tiefer als Gefühle): Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung, vollkommenes Gottvertrauen

erkennt man an den Früchten (Wirkungen, die sich nach außen richten): Geltungssucht, Ehrgeiz, Elitedenken, Gefallsucht, ausschweifendes Leben, Unzucht, Götzendienst, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Eigennutz, Spaltung, Parteiung, Neid, Missgunst, Unmäßigkeit, Misstrauen

bewirkt immer wahrhafte Demut. Ein Demütiger hält sich selbst für hochmütig und empfindet Schmerz darüber. Er bewundert die Demut anderer und erfreut sich an ihr. Er schämt sich für sein Scheitern und lobt den Herrn, weil er ihn trotzdem erträgt.

bewirkt Hochmut und Stolz. Der Getäuschte hält sich selbst für demütig und ist stolz darauf. Er will selbstlos erscheinen und weist andere auf ihren Mangel an Demut hin. Innerlich erwartet er von Gott Lob für seine Demut.

hat Gewicht und ist durch und durch wahrhaftig.

ist wie Falschgeld, oberflächlicher Glanz auf einer wertlosen Münze mit kopierter Prägung, das Gewicht zu leicht.  

lässt die Paradoxien des Christentums als tiefe Geheimnisse erkennen: die große Dankbarkeit mitten im Leid, die mitfühlende Liebe, die unter verzweifelter Wut durchschimmert, der tiefe Frieden während man erbittert kämpft, die Erfüllung durch Verzicht, die Jungfrau als Mutter, Gott als Mensch, der König erniedrigt am Kreuz, sterben um zu leben, Drei sind Einer. ("sowohl als auch")

kennt nur polares Denken: gut oder böse, richtig oder falsch, wir oder die, gewinnen oder verlieren, Himmel oder Hölle, entscheide dich jetzt! ("entweder oder")

 


Eigene Eingebungen, Gedanken und Ideen prüfen z.B. vor Entscheidungen:


führt zu freier Entscheidung aus Liebe.

lockt, verführt, versucht und ködert. Er missbraucht das Gute, hüllt sich in Frommes und nutzt Gutgläubigkeit aus.

lädt ein zur Nachfolge Jesu mit dem Bewusstein, dass es dem Diener nie besser ergeht als seinem Herrn: "wohin du nicht willst".

drängt zum Angenehmen, weg vom mühsamen Weg.

ist gegenwärtig und schenkt vollkommenes Vertrauen in den Plan des allmächtigen Gottes. "Dein Wille geschehe!"

lenkt den Fokus auf die Vergangenheit (verdreht Fakten) und Zukunft (Phantasie und Drohung) und behauptet, das Geschehen beeinflussen zu können.

lässt die eigene Nichtigkeit und Schlechtigkeit erkennen, so dass man kaum zu glauben wagt, des Himmels würdig zu sein.

befeuert einen Größenwahn, dem Werk Gottes irgendetwas hinzufügen zu können, mit Gott auf gleicher Augenhöhe zu sein und würdig zu sein, in das Himmelreich aufgenommen zu werden.

treibt den Mensch von innen an. Die innere göttliche Quelle verändert sich nicht, der Mensch reift geistlich und findet Verbindung zum innersten Kern. Äußere Reize verlieren an Einflusskraft. 

treibt den Menschen an nach Affenart ("nachäffen" und nachplappern), von außen strömen Reize durch die Fenster der körperlichen Sinne (Augen + Ohren), die zum Nachahmen von anderen Menschen oder sogar Kopieren von Heiligen animieren. Durch die häufig wechselnden Motivatoren geht die Verbindung zum inneren Selbst verloren und Unbeständigkeit ist die Folge. Der Mensch wird leicht beeinflussbar. 

deckt die egoistischen Sehnsüchte auf, löst die Seele von schädlichen Anhaftungen und füllt die entstandene Weite mit Liebe. So kann er den Menschen formen und als Werkzeug für Gottes Reich einsetzen. 

durchschaut das menschliche Ego mit seinen Sehnsüchten und nutzt es als Einstiegstor zur Manipulation und Irreführung.

zeigt sanft auf die eigenen Fehler und Schwächen, damit diese bereut und korrigiert werden können. Will dem Menschen helfen, die beste Version seines Selbst zu werden, die Gottes Idee entspricht. Macht empfänglich für Zurechtweisungen. 

zeigt immer auf die Fehler anderer. Durch den Fokus auf andere und anderes werden das Voranschreiten auf dem eigenen geistlichen Weg, die eigene Läuterung und Reife uninteressant. 

drängt Laster zurück, schenkt Zufriedenheit, Genügsamkeit und Freude an Tugendhaftigkeit.

macht gierig und süchtig nach außergewöhnlichen Erfahrungen, himmlischen Berührungen, Erlebnissen und Genuss. Es verhält sich ähnlich der Drogensucht: immer mehr, immer öfter, immer was Neues, Gier nach dem "nächsten Schuss".

ist immer aufrichtig. 

will nicht entdeckt werden, erzeugt daher Scham oder geistlichen Hochmut, die zu Unwahrheiten und Täuschungen verleiten. Es verhält sich ähnlich einem Missbrauchstäter, der das Opfer anleitet, "unser kleines Geheimnis"  zu bewahren. 

geht nie ohne die Furcht einher, sich zu irren! Dadurch schützt Gott die Seelen vor Täuschung.

wirkt Selbtsttäuschung, lässt sich selbst glauben, blockiert die Offenheit zur Prüfung, verschließt vor kritischen Ratgebern, selbst wenn sicher ist, dass diese keinen Selbstzweck verfolgen. Bedient die Neigung, nur Argumente zu sehen, die das eigene Denken bestätigen (Confirmation Bias).

erfüllt mit Ehrfurcht, so dass man kaum wagt, sich für würdig zu halten. Gleichzeitig erstaunt einen das überwältigende Bewusstsein, ein gewolltes Geschöpf des allmächtigen Vaters zu sein. 

verspricht Dinge, die nicht in seiner Macht liegen, und täuscht so Sicherheit, Heil, Auserwählung o.ä. vor (Bewahrung vor Leid,  Platz im Himmel oder siehe oben "Das alles will ich dir geben." Mt 4, 9).

bildet geistliche Gemeinschaften, die ernsthaft gemeinsam den Weg des Glaubens gehen wollen, und in der jeder selbst durch die Bereicherung der Verschiedenheit wachsen will. Jeder Mitmensch wird höher angesehen als man selbst, man erkennt in jedem das Göttliche und versteht, dass man nur gemeinsam den Leib Christi bilden kann. Die Herzen sind weit. 

bildet Gemeinschaften, die gerne unter sich bzw. unter Gleichgesinnten bleiben. Sie sind personenbezogen, existieren "nur mit euch". Christliche Egoisten-Clubs, in denen die Mitglieder sich gegenseitig bewundern und wie im Treibhaus anheizen, eine scheinbar gute "Sache" voranzutreiben. Die Herzen sind beengt.

bestärkt Treue. 

lässt viel planen und wenig vollenden; verführt dazu, immer wieder Gutes zu lassen, um dem scheinbar Besseren hinterherzujagen und verkleidet dies als Eifer für die Ehre Gottes. So wird das Voranschreiten auf dem Weg zur Vollkommenheit unmöglich.

stärkt gehorsames Dienen, gleich der dienenden Haltung Jesu.

flüstert ein, man könnte etwas für Gott tun, ihm helfen, man habe ihm etwas zu bieten und hätte ein Recht auf Dankbarkeit.

zeigt das Kreuz in der gegenwärtigen Angst und bringt es vertrauensvoll vor Gott. Durch die Fügung in das aktuelle Leid richtet sich der Fokus über sich selbst und das Objekt hinaus auf Gott.

gaukelt vor, in der imaginierten Zukunft liege das Kreuz (Krieg, Strafgericht o.ä.) und nutzt die angefachte Angst für Misstrauen gegenüber der grenzenlosen Gutheit Gottes aus. Der Fokus wird auf ein Objekt und das Selbst gerichtet.

mahnt zu Geduld: zeitlich, aber auch mit anders Denkenden, mit Sündern, mit Schieflagen z.B. in der Kirche. Vor allem Geduld, wenn Gott schweigt, auch zu Unrecht, Vorwürfen oder zu eigenen Gebetsanliegen. Geduld in Leid und in Durststrecken. Geduld zur gründlichen Prüfung und Erweis der Beständigkeit von Antrieben. Der Geist Gottes schenkt allmähliche Erkenntnis durch die Betrachtung des Lebens Christi als Fundament jeder Entscheidung. 

gaukelt schnelle und einfache Antworten vor, fördert Impulsivität, Launen und Rausch. Lockt mittels Hochstimmung zu selbstgefälligen Entscheidungen. Flüstert ein, im Recht zu sein, lässt schnell und oberflächlich werten und urteilen, vor allem über andere Denkweisen. Lenkt den Blick auf simple Kleinigkeiten, die er als Hinweise Gottes anpreist. Er verwendet sie wie einen Köder an einer Angel, den er auf den Schultern sitzend vor dem Gesicht des Gierigen baumeln lässt. 

 


Aussagen, Texte, Verhalten anderer prüfen, die einen beeinflussen könnten:


redet durch den Menschen, der Gott predigt. Dieser dankt Gott, wenn geistgewirkte Worte Gutes bei Menschen bewirken.

verleitet den Menschen, sich selbst und seine Sache zu predigen. Dieser Sprecher applaudiert sich häufig innerlich selbst. 

Zuhörer fühlen sich inspiriert, ermutigt und erfüllt.

Zuhörer fühlen sich schuldig und ausgepeitscht.

führt zum Licht, trägt zum geistlichen Fortschritt bei und führt näher zu Jesus Christus.

führt hinters Licht, hält den Gläubigen infantil und kleingeistig, führt aus der persönlichen Jesus-Beziehung heraus in die Irre. 

betet den an, der den Menschen geschaffen hat.

betet etwas an, das der Mensch geschaffen hat.  (Götzendienst)

baut auf.

bläht auf.

vertraut ruhig auf den Sieg der Wahrheit.

droht und beschimpft, klagt an und schüchtert ein.

deutet durch das Schriftwort auf das Höhere und lässt das Geheimnis der vielfältigen Lesarten der Heiligen Schrift erkennen, die zu jedem individuell sprechen soll.

verdreht Schriftworte, ergänzt eigensinnig und verkauft dies als (einzige) Wahrheit.

schafft Vertrauen, gewährt Beständigkeit und Verlässlichkeit. Schenkt Sicherheit.

zerstört Vertrauen, verleitet dazu, Vertrauen auszunutzen, führt zu Wankelmut und leeren Versprechen. "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern." Verunsichert.

Worte und Taten sind im Einklang. 

verleitet zu Heuchelei, erwartet von anderen Änderung und Taten und schiebt so die Verantwortung weg (auf Politiker, auf höhere Amtsträger, imaginäre Sündenböcke, "die anderen"). Einzelne Aussagen und das Verhalten widersprechen sich häufig.  

führt zusammen, schafft und stärkt tiefe Verbindungen und Gemeinschaft. 

führt auseinander, zerstört Beziehungen zum Selbst, zum Nächsten und zu Gott.

baut die Kirche auf und ermöglicht respektvolles Ringen um gemeinsame Wege. Unter seinem Wirken verstehen sich die Menschen der Gemeinde als Schüler, lassen den Geist durch sich wirken, freuen sich über die Verschiedenheit, die die Größe und Güte Gottes offenbart. Dieser Geist wirkt Gehorsam gegenüber der Kirche aus Liebe zur Kirche mit all ihren Grenzen und Fehlern.

fördert die Selbstgerechtigkeit von Cliquen und Geheimgesellschaften, verbunden mit Rechthaberei, Hochmut, Parteiung und Sektierertum. Ständige Kritiker meinen zu wissen, was richtig und Gottes Wille ist. Vorgefertigte Meinungen, feststehende Systeme und kategorische Grundsätze verhindern das Wirken des Heiligen Geistes. Der Lügengeist kitzelt ein wohliges Gefühl, zu einem inneren Kreis zu gehören und in ein Geheimnis eingeweiht zu sein.

bewirkt klares, offenes Sprechen und wahrhaftes Zuhören, um zu verstehen.

malt Annahmen über andere Menschen in die Vorstellung, die naturgemäß immer falsch sind und so zu Konflikten und zerstörten Beziehungen führen.

sorgt für Rücksichtnahme durch vollkommene Gutheit.

verleitet zu bösem Werk um guten Zweckes willen. Jede Religion und Sekte hat selbst ernannte "Gotteskrieger", die Gott als Legitimation ihrer Rücksichtslosigkeit missbrauchen. 

Zeugung geistlicher Kinder durch Auferbauung, Trost und sanfte Ermahnung zu guten Werken.

Befriedigung eigener Begierden (Ehebruch an Gott). 

wirkt Ermutigung, Mitgefühl, Fürbitte und eine uneingeschränkte Anerkennung der gottgeschenkten Würde ausnahmslos jedes Menschen, auch die der offensichtlichen Sünder, Ungläubigen, Andersgläubigen, Intoleranten und Gotteslästerer. Befähigt einzugestehen: "Heute trifft es dich, morgen trifft es mich, wenn mich die göttliche Gnade nicht bewahrt." Hilft, offenbare Sünden und Fehltritte als Willen Gottes für den anderen zu akzeptieren. 

wirkt Verurteilung, Verachtung, Überheblichkeit, Rechthaberei, Ausgrenzung von Menschen, Herabwürdigung und damit Beleidigung Gottes. Der Selbstgerechte zeigt mit dem Finger auf andere und übersieht dabei, dass von derselben Hand drei Finger auf ihn selbst und einer zum Himmel zeigen. Der Lügengeist hebt empor zum Richter und verkleidet es als Nächsten- und Gottesliebe.

redet Wahrheit ohne Überschwenglichkeiten und Übertreibungen.

schwätzt wortmalenden Jargon und Nichtigkeiten.

deutet auf die Größe Jesu.

macht Jesus klein und den Menschen groß.

Echter Prophet: Führt schlicht die göttliche Sendung aus. Spricht kraftvoll und schweigt danach. Gott hat das Sagen und der Inhalt ist der Weisheit Gottes angemessen. 

Falscher Prophet (Hellseherei, Wahrsagerei oder menschliche Einbildung): Schmückt aus, ergänzt, erklärt, legt aus, schmeichelt und droht, argumentiert und manipuliert, versucht von sich und seiner Sache zu überzeugen. Ist gedrängt, die Echtheit und das Eintreffen des Behaupteten zu beweisen. 


Die Aussagen sind angelehnt an Gedanken von Hieronymus, Cassian, Bernhard von Clairvaux, Thomas von Aquin, Caterina von Siena, Bernardin von Siena, Ignatius von Loyola, Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz, Franz von Sales, Benedikt XIV., Karl Rahner, Hans Urs von Balthasar, C.S. Lewis und Pater Buob SAC.

 
 
 

Kommentare


bottom of page